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Urtikaria-Forum für betroffene Patienten
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 Betreff des Beitrags: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 12 Aug 2015, 11:16 
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Hallo,

auch wenn ich bei meinem ersten Besuch in diesem Forum leider feststellen musste, dass die meisten Beiträge hier schon sehr lange zurückliegen, und offenbar nicht so der rege Austausch herrscht...möchte ich doch meinen Kummer loswerden.

Ich bin 33, und etwa vor 2 Jahren fing es an - Hände und Füße, mal nur die Hände/Füße mal beides zusammen - ein unerträglicher Juckreiz. Zu Anfang trat das nur nachts auf, und war so unerträglich, dass nur eine eiskalte Dusche half, manchmal auch 2-3 mal hintereinander. Ich hatte keinen Ahnung, was los war, das Internet gab auch keine konkrete Antwort, immerhin sah man augenscheinlich erstmal nichts, außer durch reibung gerötete Hautstellen.
Ich habe dann im Laufe der Monate verschiedenes Ausschließen können, stattete Hausarzt, Endo sowie Dermatologen besuche ab, aber keiner konnte mir sagen, was das ist. Unter kaltem Wasser konnte ich dann die weißen Quaddeln auch gut sehen, und auch die Schwellungen, gerade an den Händen. Es trat nur schubweise auf, manchmal hatte ich Wochenlang keinerlei Probleme, und dann wieder mehrere Monate jeden Tag.

Ich habe mir dann einfach mal Lorano in der Apotheke gekauft, um herauszufinden ob es vielleicht eine Allergie ist. Und siehe da, es hilft. Mittlerweile nehme ich jeden Tag eine Tablette Abends, und bei Bedarf, da ich mittlerweile auch tagsüber gelegentlich Quaddeln bekomme, wie aus heiterem Himmel. Ich komme damit ganz gut zurecht, und doch weiß ich bis heute nicht, was genau der Auslöser ist. Warum sind es nur die Füße/Hände? Ich habe viel herumprobiert, bevor ich Lorano regelmäßig begonnen habe einzunehmen. Waschmittel, Duschgel, Nahrungsmittel, verschiedene Diäten, UreaCremes, andere Schuhe usw. um herauszufinden worauf ich reagiere, aber die Schübe kamen dennoch, egal was ich wegließ/änderte. Mittlerweile möchte ich das Medikament gar nicht mehr absetzen, aus Angst wieder dermaßen unter diesen Schüben zu leiden, und das hält mich auch davon ab weiter zu forschen was der Auslöser ist. Meine Hausärztin meinte dass ich das ruhig weiter nehmen kann, es sei gut verträglich. Heißt das ich muss das nun mein ganzes Leben lang einnehmen? Oder geht sowas auchmal von selbst zurück?

Wie dem auch sei.. Allen sei eine schöne Woche gewünscht :)


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 11 Okt 2015, 13:22 
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Registriert: 11 Okt 2015, 13:13
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Hallo Seytania,

was du da beschreibst kenn ich nur zu gut.

Ich bin 18 und darf mich seit 5 Wochen auch zu den Urtikatiabetroffenen zählen.
Ich empfehle dir auf jeden Fall dich Hautärzten damit vorzustellen um die genaue Form der Urtikaria dort herauszufinden. Wenn das ganze einen Namen hat, wird einiges leichter. Du kennst dann den Auslöser und kannst um einiges besser im Alltag damit umgehen.

Ich hoffe, dass sie dir helfen können :)


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 28 Jul 2016, 14:59 
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hallo Seytania,

hast Du mittlerweile eine Diagnose erhalten?

Herzliche Grüße

Surin


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 01 Nov 2016, 01:29 
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Registriert: 12 Aug 2015, 10:50
Beiträge: 7
Wollte mich mal kurz zurückmelden. Bekanntermaßen schreibt man ja meistens, wenns mal wieder schlimm ist.

Im Verlauf des letzten Jahres wurde die Urtikaria schleichend schlimmer, sodass ich nach und nach die Dosierung von 1Lorano Abends auf mittlerweile 8- 10 Tabletten erhöhen musste. Seit 8 Wochen sind es vor allem nun die Beine, der Po und die Arme sowie Handgelenke. Zudem kommt, dass die Schübe nun auch am Tage kommen. Vor den Nächten habe ich schon regelrecht Angst. Ich habe Angst mich hinzulegen und auf die nächste Juckattacke zu warten. Seit 4 Wochen ist es so schlimm, dass ich kaum mehr als 4-5 Stunden schlaf finde, immer wieder wach werde und kalt duschen muss bis alles taub ist.

In meiner Verzweiflung versuchte ich dann einen Hautarzttermin zu bekommen. Von 22 Hautärzten, meldeten sich 15 nur mit Anrufbeantworter oder es ging nie wer dran. Alle anderen lehnten Neupatienten ab oder gaben nur Privatversichtertentermine. In die Notaufnahme wollte ich nun auch nicht, die lachen einen doch aus.
Nach langem hin und her bekam ich dann über diesen neuen Überweisungscode einen Termin bei einer Hautärztin/Allergologin. Helfen konnte sie mir auch nicht. Sie verschrieb mir momegalen kortisoncreme die gar nicht hilft und nahm Blut ab. Einen Allergietest kann sie wegen der Loranotabletten nicht machen, obwohl ich die extra 4 Tage vorher abgesetzt hatte (und es waren schlimme 4 Tage ohne Schlaf..)Sie vermutet bei mir eine Infekturtikaria, und da ich länger nicht beim Zahnarzt war, könnte das die Ursache sein.
Gestern war ich dann beim Zahnarzt, röntgenbild etc. Außer 2 Kariöse Stellen an den Backenzähnen keine besonderen Auffälligkeiten. Und ich hatte es so gehofft.... so gehofft dass da was ganz eitriges, entzündliches, bakterielles etwas als Ursache wäre..

Nächste Woche behandeln wir den ersten Zahn, aber Hoffnung habe ich wenig. Mittwoch erfahre ich das Ergebnis meiner Blutwerte.
Und wenn das alles nicht hilft?? Diese Lorano scheinen mir kaum noch zu helfen und machen mich so müde und träge.
Mein ganzer Körper ist überseht mit blauen Flecken und Kratzwunden, die ich dann nachts unbewusst wieder aufkratze. Manche Stellen sehen entzündet aus und scheinen gar nicht mehr abzuheilen.
Dieses Jucken ist so unerträglich. Ich möchte nicht jammern, aber wenn das nicht bald besser wird..ich weiß nicht.
An Salben und Gels hab ich alles durchprobiert. Das einzige was manchmal etwas hilft ist die Lotion von Dermasence gegen Juckreiz. 35 Euro...
Ich fühle mich total alleine mit diesem Problem und auch von den Ärzten nicht wirklich ernst genommen. Vielleicht sollte ich doch in irgendeine Hautklinik gehen oderso. Aber wie kommt man da an einen Termin? Ich kann auch nicht so lange auf der Arbeit fehlen..
Melde mich nochma wenn ich den Bluttest hab.


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 03 Nov 2016, 15:19 
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Registriert: 17 Jul 2006, 08:30
Beiträge: 142
Wohnort: Berlin
Mann EY! jetzt habe ich stundenlang an einem Antworttext geschrieben - und - wech isser er :-(

Dann auf ein Neues:

Es ist unverantwortlich von Deiner Ärztin, Dich weiter auf Lorano zu lassen! :evil: Versuche es doch mal mit Fexofenadin 180 g - das darf nur ein Dermatologe verschreiben und auch nur bei Urtikaria, wenn andere übliche Mittel versagen. Ich habe es selbst über 10 Jahre genommen und es hat wunderbar funktioniert. Kein Juckreiz! Keine Müdigkeit! alles supi! Da Du nachts die größten Probleme hast, würde es sich anbieten, Abends bzw. ca. 30 Minuten vor dem Schlafengehen eine Tablette zu nehmen. Falls Du auch tagsüber Juckreiz hast, kannst Du auch Mittags und Morgens noch eine nehmen. Ebenso brauchst Du von Deinem Dermatologen eine Überweisung in eine Spezialsprechstunde am Universitätsklinikum. Berlin und Mainz sind führend in Sachen Urtikaria. Aber auch an anderen Universitätskliniken kann es gute Dermatologien geben, oft sind die fortschrittlicher als die niedergelassenen Kollegen.

Lass Dich nicht von Deiner Ärztin abweisen! Ggf. wechsel den Arzt. Wenn Du persönlich, ohne Termin, in eine Praxis gehst und sagst, dass Du ein Notfall bist, dürfen die Dich nicht wegschicken! (Bitte nicht missbrauchen ... aber in Deinem Fall finde ich, dass tatsächlich ein Notfall vorliegt!)

In der Zwischenzeit lass Dich nochmal von einem Gastroenterologen durchchecken (Gastritis? Hepatitis? Colitis? Cholezystitis?), auch ein guter Internist, der mal andere internistische, chronisch entzündliche Erkrankungen abklären kann wäre von Vorteil (z. B. rheumatischer Erkrankungskreis, Schilddrüse).

Eventuell könnte auch eine histaminarme Ernährung die Symptomatik abmildern. Hierzu findest Du im Netz einiges an Informationen - solltest Dich aber ggf. vorher mit einem Arzt Deines Vertrauens besprechen. Wenn Du den nicht hast, kannst Du auch bei mir nochmal nachfragen in puncto histaminarme Kost.

Kopf hoch!
Und viel Glück

Surin


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 13 Nov 2016, 10:29 
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Registriert: 12 Aug 2015, 10:50
Beiträge: 7
Hallo Surin,

danke für deine aufbauenden Worte :)

Ich wollte nochmal ein kurzes Update geben:

Also der Bluttest bei der Hautärztin war eine totale Enttäuschung. 1 Woche sollte ich auf das Ergebnis warten, und hatte demnach eigentlich erwartet, dass sie zumindest ein kleines Blutbild macht. Telefonisch teilte sie mir dann mit, sie habe nur den "Allergiewert" getestet, was immer das sein soll, und der sei normal bis sogar zu niedrig. Blutbild Fehlanzeige. Ich beschrieb ihr dann meine Situation und dass ich das so nicht mehr aushalte und bitte eine Überweisung möchte, in eine Klinik. Sie hat dann gesagt dass das nichts bringt, die könnten mir auch nicht helfen, solange ich das Lorano nehme, könne man nichts testen. Außerdem solle ich die Karies behandeln lassen, sie sei sich sicher dass das daran liegen könnte. Wenn meine Zähne behandelt wären, würde es noch bis zu 6 Wochen dauern bis der Ausschlag weg wäre..... Ich fragte dann nach anderen Medikamenten, Telfast oder irgendwas stärkeres, was womit ich nicht so leiden muss. Sie meinte ich soll Ceterizin nehmen statt Lorano, und schauen ob das besser hilft.. (Ich nehme demnach jetzt Cetirizin in derselben Dosierung, etwa 8 Tabletten am Tag, 5 vorm Schlafen).
Was mich eben auch beschäftigt ist, ob das nun wirklich Urtikaria ist, oder irgendeine andere Ursache hat. Neben den Quaddeln sinds auch Pickelchen, eben wie Mückenstiche. Man kommt ja auf alle möglichen Ideen wenn man so durchs Internet zappt. Laut der Ärztin seien das aber definitv keine Flöhe, KRätze oder sonstwelche Pilze. Das sei ganz klar Urtikaria, durch einen Infekt irgendwo verursacht.

Die Urtikaria ist in den letzten Tagen Tagsüber weniger geworden - bis gar nicht. Aber sobald ich mich ins Bett begebe dauert es nicht lange und es geht los. Noch heftiger. Duschen. Nochmal duschen. Nochmal Cetirizin, Eiskompresse unter die füsse und versuchen zu schlafen. Meine Füße und auch teile meiner Beine sind mit tiefen Kratzern gezeichnet.

Ich war dann nun Montag und Mittwoch diese Woche beim Zahnarzt, und beide Zähne wurden behandelt. Tatsächlich war die Karies an beiden Stellen schon so tief, dass eine Wurzelbehandlung nötig war. Es sei auch entzündet gewesen. Das weckte Hoffnung.. Das Übel ist gefunden! Ich hoffte also, dass es wenigstens etwas besser werden würde. Heute ist Sonntag. Und es ist gleichbleibend schlimm, es hatsich noch nichts geändert. Über den behandelten Zähnen sind Provisorien, der richtige Zahnaufbau erfolgt erst in 1 1/2 Wochen. Aber Schmerzen habe ich keine mehr und ich merke auch, dass ich viel besser Essen kann, also dieser Kälteschmerz, der vorher in den Zähnen war, ist weg. Aber die Urtikaria ist immernoch da.
Ich frage mich ernsthaft wie ich jetzt hier "abwarten" soll. Wieso verschreibt die mir nicht testweise ein anderes Medikament?! Einen neuen Termin ´zu bekommen wird schwierig und bringt vermutlich auch nichts. Sie hilft mir gar nicht.
Nächsten Freitag habe ich einen Regeltermin bei meinem Endokrinologen (Hormone etc.). Den Termin hatte ich vor 4 Monaten gemacht, wegen etwas ganz anderem. Aber die nehmen da auch gerne Blut ab. Ich werde da nochmal die Situation schildern und um ein ausführliches Blutbild bitten, einfach auch damit diverses Ausgeschlossen werden kann, und ich mir nicht mehr Gedanken darum machen muss, ob es nun doch Blutkrebs, Hirntumor oder Syphillis ist - eben das was man so im Internet liest.

Bis dahin.. ich melde mich :)


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 14 Nov 2016, 16:21 
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Beiträge: 142
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Hallo Seytania, ich bin total empört! :evil: Das ist wirklich nicht notwendig, jemanden so leiden zu lassen - unglaublich! Du musst natürlich normalerweise NICHT 6 Wochen warten, um bei der medikamentösen Einstellung etwas neues zu probieren. Wenn das Ceterizin helfen würde, hätte es das bereits am 1. Tag getan. Passiert übrigens ganz häufig, dass bei denjenigen, bei denen Lorano nicht so viel bringt, auch Ceterizin nutzlos bleibt. Sinnvoller wäre hier Xusal oder eben Fexofenadin gewesen. Also einfach - ohne Termin - in der Praxis aufschlagen und ein neues Medikament verschreiben lassen.

Das mit dem Zahnarzt klingt gut - wenn es die Zähne waren, müsste es jetzt wöchentlich besser werden. Kann aber gut bis zu 12 Wochen dauern, bis ALLES wieder weg ist.

Mit den schweren Krankheiten, die Du im Zusammenhang mit einer Urtikaria gefunden hast, musst Du Dir erstmal keinen Kopf machen. Die Erkrankungen, die Du zum Schluss genannt hast, gehen im fortgeschrittenem (!) Stadium mit einer Immunschwächung einher was wiederum eine Urtikaria auslösen kann. Du kannst davon ausgehen, dass die Erkrankten dann aber bereits jede Menge andere, schwerwiegende Symptome aufweisen und somit bereits von ihrer Grunderkrankung Kenntnis haben.

Aber Schilddrüse ist ein guter Hinweis - ganz viele haben mit einer Urtikaria zu kämpfen, die auch eine Schilddrüsenerkrankung haben.

Irgendwo hier im Forum gibt es auch einen Thread zum Thema "Arztempfehlungen" - Vielleicht findest Du dort ja einen passenden zu Deinem Wohnort? Drück' Dir die Daumen!

Viele Grüße

Surin


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 17 Nov 2016, 17:44 
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Registriert: 12 Aug 2015, 10:50
Beiträge: 7
Kurze Infos:

Am Mittwoch bat ich bei der Dermatologin um einen kurzen Telefontermin, wegen der Frage ob sie mir Fexofenadin oder irgendwas andres aufschreibt (die Praxis ist 20 km weg, und ohne Auto..). Der versprochene Rückruf kam nich, auch heute nicht. Deshalb war ich dann wiedermal bei meiner Hausärztin, wir haben Blut abgenommen um ein Blutbild zu machen (soll Montag da sein). Sie konnte nicht nachvollziehen, wieso man mir nur diese Salbe verschrieben hat, und nichts anderes. Sie hat mir dann das Rezept für Fexofenadin 120mg gegeben. Sie darf das auch nur in diesem Fall machen, weil ich nachweisen kann seit nunmehr 3 Jahren chronische Urtikaria zu haben. Bei dieser Diagnose dürfe das auch der Hausarzt. Sie meinte auch man müsse den Keim Heliobacter Pylori ausschließen, aber sämtliche Gastroenteorologen hier machen keinen Atemtest, sondern nur Magenspiegelungen, und das kommt für mich nicht in Frage.

Nunja.. Mal sehen was morgen der Hormondoktor sagt, vielleicht stimmt ja was mit der Schilddrüse nicht?

Wie auch immer.. ich werde heute Abend meine erste Tablette Fexo nehmen.. und hoffen dass es was bringt..

Bis dahin


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 28 Nov 2016, 22:05 
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Registriert: 12 Aug 2015, 10:50
Beiträge: 7
So.. Das Rätsel scheint gelöst zu sein.

Die Ergebnisse der Blutwerte ergaben nichts. Alle Werte waren "Bestens". Ein weiterer Zahnarztbesuch ergab trotz erneuter Wurzelbehandlung keinerlei Linderung (immerhin habe ich nun keine Zahnschmerzen mehr).
Das Fexofenadin hat leider auch nicht mehr geholfen als Lorano oder Ceterizin, zuerst nahm ich eine Abends, später dann auch 4 - was nur noch zu Alpträumen führte. Die Schübe des Juckens linderte es nicht, ich hatte aber das Gefühl, dass es mich über den Tag hinweg "dämpft".

Letzte Woche Mittwoch, fuhr ich dann nach der Nachtschicht in die Notaufnahme, weil ich es nicht mehr aushielt. Ich sagte mir, dass ich hier warte, egal wie lange, bis man mir hilft. In der Dermatologischen Abteilung saß ich dann geschlagene 5 Stunden lang, bis 12 Uhr Mittags, als ich endlich aufgerufen wurde. Immerhin hatte ich dort den leitenden Oberarzt vor mir, zusammen mit einer weiteren Ärztin. Ich sagte erstmal nichts, zog mich aus - komplett. Mir war alles egal, hauptsache endlich hilft mir Jemand. Der Oberarzt untersuchte meinen zerkratzten Körper sehr gründlich - das hatte bislang noch keiner gemacht, auch die Hautärztin hatte sich meine Haut nur aus der Ferne vom Schreibtisch aus angesehen - und das Ergebnis verkündete er mir recht schnell.

"Sie haben Krätze"

......

Ich war völlig geschockt. Als Krankenschwester weiß ich selbst recht gut über Scabies bescheid, aber ich hatte damit nicht gerechnet. Aber wie konnte das sein? Seit 3 Jahren?!! Der Arzt erklärte es mir so: Ich muss mich vor ca 3 Jahren auf der Arbeit damit angesteckt haben (wir hatten tatsächlich in dem Zeitraum Patienten, die unter Verdacht standen). Ich hätte eine sog. "gepflegte Krätze" die man nicht sofort erkennt. Die Ausbreitung der Krätze hätte ich all die Jahre immer wieder durch meine Reinlichkeit und mein noch starkes Immunsystem hinausgezögert. Das jedoch, mittlerweile mit Nesselsucht zusätzlich auf die Krätze reagiert, und somit überall am Körper mit Ausschlag reagiert, unabhängig ob an der Stelle eine Milbe sitzt oder nicht. Meine Haut sei nach der langen Zeit völlig traumatisiert und reagiere überempfindlich auf alle nur möglichen Stoffe zusätzlich.

Ich bekam Infectoscab 5% Salbe verschrieben. So richtig glaubte ich die Geschichte immernoch nicht - bis ich die erste Behandlung begann. Die Salbe muss über Nacht einwirken und am nächsten Tag abgeduscht werden - 3 Tage später sah meine Haut deutlich besser aus, man konnte zusehen, wie langsam die Wunden abheilten. Die Nesselsucht war nun Nachts gar nichtmehr da - nur tagsüber bekam ich hier und da Quaddeln.
Gestern habe ich die Salbenbehandlung nochmal wiederholt, und natürlich daheim alle Kissen, Decken, Matzratzenbezüge usw. gewaschen und mehrere Tage rausgestellt.
Und jetzt sitzte ich hier.. und könnte heulen vor Erleichterung. Es geht mir jetzt schon viel besser. Ich nehme gar kein Antihistamin mehr seit 3 Tagen (ich wollte wirklich sichergehen dass das was bringt) und kann nachts schlafen, ohne das es juckt. Es ist wirklich sehr viel schief gelaufen - dass das so lange nicht erkannt wurde. Der Oberarzt aus der Klinik meinte, es könne sehr lange dauern, bis sich meine Haut und auch mein Immunsystem gänzlich davon erholt hat, Wochen oder Monate. Auch wäre ich nicht die Erste, bei der das von anderen Hautärzten nicht erkannt worden wäre, sie hätten diese Fälle öfters.

Ich melde mich in ein paar Wochen nochmal, ob es ganz weg ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 28 Nov 2016, 22:44 
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Registriert: 17 Jul 2006, 08:30
Beiträge: 142
Wohnort: Berlin
:D oh mann - das ist ja ein Ding! Ich freue mich, dass Du endlich an den Richtigen geraten bist! Habe das im übrigen in den letzten 2 - 3 Jahren schon häufiger gehört, dass Dermatologen Scabies nicht erkennen und auch von den besonders schwer zu diagnostizierenden Fällen der "gepflegten Krätze" ... Was für eine Tortur für Dich. :roll:

Liebe Grüße, Surin


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 02 Dez 2016, 09:23 
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Registriert: 14 Sep 2016, 18:49
Beiträge: 4
Schön!

Bitte berichte in diesem Forum immer wieder mal, wie es dir geht.


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 02 Dez 2016, 13:19 
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Registriert: 14 Sep 2016, 18:49
Beiträge: 4
...ich hab mich nun ein wenig im Netz imformiert.

Was ich an Symptomen über die "gepflegte Krätze" gefunden habe, passt auch sehr gut auf mein Krankheitsbild.

Diese Milben bevorzugen also Körperstellen mit hoher Temperatur und dünner Hornschicht.

Das sind z.B verstärkt diese Hautbereiche:

die Handgelenke
zwischen den Fingern und Zehen
in Bereich des Bauchnabels
im Brust- und Achselbereich (bei mir vor allem Nachts, durcjh Wärme und Schwitzen im Bett)
im Genitalbereich

Meine Ärzte sind bisher ratlos. Am Dienstag habe ich einen ersten Termin in Mainz...


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 11 Feb 2017, 11:44 
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Registriert: 11 Feb 2017, 11:35
Beiträge: 2
Was war das für Essig? Einen Versuch ist es ja wert. Wäre schön wenn endlich diese blöden Quadeln weg wären.

จีคลับ


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 Betreff des Beitrags: Re: (Juck)Reizende Grüße ;-)
BeitragVerfasst: 22 Jun 2017, 10:34 
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Registriert: 12 Aug 2015, 10:50
Beiträge: 7
Eine kleine Rückmeldung.

Leider muss ich sagen, dass mich die Urticaria nach wie vor nicht loslässt. Nachdem ich letztes Jahr insgesamt 6x die Salbe benutzt habe, und sich zunächst eine Verbesserung zeigte (vielleicht psychisch?), kehrten die Symptome schnell wieder zurück. Eine Hautprobe ergab ebenfalls keinen Scabiesbefund. Dennoch beruhigte sich die Lage ein wenig, sodass ich mit täglich 2 Lorano zurechtkam. Ein paar ruhige Monate hatte ich dadurch, immer mal wieder ließ ich die Tabletten weg, was aber dazu führte, das spätestens nach etwa 1 1/2 Tagen die Urticaria zurückkam. Ziemlich genau sogar.

In den letzten Wochen wurde es dann schleichend wieder schlimmer, und ich ertappte mich wieder dabei, die Beine und Hände mit kaltem Wasser gegen das Jucken abzuduschen. Im Februar gab ich das Rauchen auf und verzichtete sogar 1 Monat lang auf Kaffee, Alkohol trinke ich ohnehin nie. Nichts brachte eine Besserung.

Vor 2 Wochen dann, gab es eine kleinere "Erkenntnis". Bei einem Umzug einer Freundin, bekam ich an den Armen überall juckenden Ausschlag, überall da, wo sich leichte striehmen vom tragen der Möbel gebildet hatten. 2 Tage später hatte ich das selbe Phänomen nach dem tragen einer sehr schweren Einkaufstasche aus Plastik. Druckurticaria? Wenn ja, dann ist das aber nur eine Teilerklärung, da viele andere Stellen, z.B. an den Beinen ja keinerlei Druck ausgesetzt sind.

Im Moment habe ich es noch einigermaßen gut im Griff. Aber ich habe Panik vor solchen schlimmen Attacken wie letztes Jahr.
Weiß Jemand einen guten Spezialisten? Ich laß von einer Klinik in Mainz, was allerdings sehr weit weg ist (Hannover).

Liebe Grüße


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