Angioödem und Ausschlag

In diesem Forum haben Sie die Möglichkeit, den Ärztinnen und Ärzten der UNEV-Sprechstunden Fragen zu stellen. Wir bitten Sie, vor dem Versenden einer Anfrage zunächst zu prüfen, ob sich die Antwort auf Ihre Frage oder die gewünschte Information unter > Formen der Urtikaria oder in unseren Antworten auf bisherige Forumsanfragen findet.

Moderator: USS

Antworten
kk9979
Beiträge: 89
Registriert: 08 Mär 2012, 06:47

Angioödem und Ausschlag

Beitrag von kk9979 »

Hallo,

ich habe seit Mitte Dezember 2011 Probleme. Ersteinmal kurz zu mir: ich bin 30 Jahre alt,weiblich, habe seit meinem 17. Lebensjahr problemlos Captopril genommen, da bei mir mittels Biopsie eine membranöse Glomerulonephritis festgestellt wurde. Mein Blutdruck war auch zu hoch. Nach diesen langen Zeitraum habe ich eine Schwellung an der Unterlippe bekommen. Zum selben Zeitpunkt habe ich auch noch Esomperazol-CT 40 mg genommen, weil per Magenspiegelung eine Refluxösophagitis und Gastritis Typ C festgestellt wurden. Außerdem nehme ich noch die Pille (Lamuna 30) und bekam ein paar Wochen zuvor eine Vitamin B12-Spritze wegen eines grenzwertigen Wertes.

Seitdem die Unterlippe geschwollen war, habe ich nur noch Probleme. Das Captopril wurde abgesetzt und ich bekam Eprosartan rathiopharm. Davon habe ich eine Art Tennisballgefühl im Hals bekommen, Übelkeit, Sodbrennen, Brustkorbschmerzen, leichte Bauchkrämpfe, mal war mir schwindelig mal nicht, Luft habe ich bekommen, aber es hat sich angefühlt als, ob da was stört beim Essen schlucken. Es ging zwar alles hinunter aber irgendwie ein eigenartiges Gefühl. Manchmal war es auch so, als ob ich nicht richtig tief durchatmen konnte, als ob ich nicht in Brustkorb und Bauch einatmen kann und alles blockiert ist. DAsselbe bei Teveten und Karvea.

Nun habe ich schon Amlodipin genommen. Gleich am ersten Tag der Einnahme verspürte ich ein Brennen im Mund. Aber zu sehen war nichts. Dann wieder diese komische Gefühl im Hals. Nach 1 Monat Einnahme habe ich eine geschwolle Hand bekommen. Die Innenseite der Hand war dick, keine Schmerzen, keine Rötung. Es betraf die Außenkante zum kleinen Finger zu und den Bereich Richtung Daumen. Wassereinlagerungen hatte ich in den Beinen. Ich habe Carmen bekommen. Wieder Brennen im Mund. Die Probleme im Hals fingen auch wieder an: das Gefühl als wenn ich meine Schilddrüse vergrößert wäre, oder der Kehlkopf geschwollen oder so. Es hat sich auch so angefühlt, als ob man beim Schlucken Muskelkater hätte. Unterm Kinn war es ein ähnliches Gefühl. Nach 6 Tagen Einnahme habe ich abends (Tabletteneinnahme morgens) am Bauch Ausschlag bekommen. Hat aber nicht gejuckt, aber sich heiß angefühlt.

Meine Augenpartien (Höhe Wangenknochen)sind auch immer geschwollen - egal ob ich eine Tablette nehme oder nicht. Meine Nierenfunktion ist aber normal, weil die Krankheit inaktiv ist. Beim Allergologen war ich: keine Allergien (Hauttest: Pollen und Tierhaare negativ, IgE normal).

Seit 2009 fandman bei mir erhöhte ANA-Titer (Antinukleäre Antikörper: 1:1280 feingranuliert homogen). Ich wurde in der Uniklinik aufgrund dessen und der Glomerulonephritis in der Vorgeschichte auf System. Lupus erythematodes untersucht, aber es gab "aktuell kein Hinweis auf einen systemischen Lupus erythematodes".

Ich vermute, dass es an den Tabletten liegt oder vielleicht am Essen. Ich weiß echt nicht mehr was ich tun soll. Meine Ärzte geben mir eine Tablettenschachtel nach der nächsten zum Probieren. Mein Vater hatte eine Zungenschwellung. Er kann sich aber nicht mehr genau erinnern, wann das war (ca. 2 Jahre her). Er nimmt auch Benazepril, aber seit wann, weiß er auch nicht genau. Er hat die Schwellung beim Arzt noch nicht mal gesagt/gezeigt. Es wäre nach ein paar Stunden wieder abgeschwollen.

Welche Untersuchungen kann man noch machen? Oder wie kann man es rauskriegen woran es liegt?
jule77
Beiträge: 23
Registriert: 15 Nov 2011, 14:53

Re: Angioödem und Ausschlag

Beitrag von jule77 »

Hallo kk9979,

ich musste eine pseudoallergenarme Diät machen. Das ganze ging ca. 1,5 Monate. In Kombination habe ich zusätzlich Fexofenadin und Ranitidin genommen. Seit dem bin ich fast beschwerdefrei. Ich habe jetzt nur noch kleine Mini-Quaddeln :)
Ob es dir hilft weiß ich nicht, aber ein Versuch ist es wert.

Viele Grüße und Viel Erfolg
Dr. M. Magerl
Facharzt
Beiträge: 1436
Registriert: 16 Nov 2001, 00:00
Wohnort: Berlin

Re: Angioödem und Ausschlag

Beitrag von Dr. M. Magerl »

Hallo kk979,
ich denke, dass Sie unter angiooedem.net einige Ihrer Fragen beantwortet bekommen, vor allem auf der Seite http://angiooedem.net/index.php?id=11 .
So wie sich das Problem anhand der vorliegenden Informationen darstellt, handelt es sich am ehesten um eine Arzneimittelnebenwirkung auf ACE Hemmer und vielleicht auch auf Sartane. Diese NW können auch nach dem Absetzen noch anhalten.
Wenn auch Ihr Vater von Schwellungen betroffen war, sollte der C1-Inhibitor-Wert (Funktion und Konzentration) geprüft werden.
Insgesamt eine nicht ganz einfache Lage der Dinge, da bei Ihrer Grunderkrankung der Niere ja behandelt werden muss. Gerne können Ihre behandelnden Ärzte mit uns Kontakt aufnehmen.
Mit besten Grüßen,
Magerl
Prof. Dr. M. Magerl

Sie wollen sich einen Überblick verschaffen, welche Studien wir gerade anbieten? Zu den Studien
kk9979
Beiträge: 89
Registriert: 08 Mär 2012, 06:47

Re: Angioödem und Ausschlag

Beitrag von kk9979 »

Sehr geehrter Herr Dr. Magerl,

danke für Ihre schnelle Antwort. Ab 20.Dezember 2011 habe ich die Captopril-Tabletten nicht mehr genommen. Also kann es tatsächlich noch sein, dass es bis heute noch Nachwirkungen hat? Kann der erhöhte Ana-Titer auch mit der Reaktion auf Captopril zusammenhängen? Bei Diagnosestellung der membranösen GN hatte ich negative Ana-Titer.

Was versteht man unter einen Expositionstest? Also kann man ACE-Hemmer und Sartane gar nicht in einen oralen Provokationstest testen?

Mein behandelnder Nephrologe ist kommenden Donnerstag erst wieder da. Wie könnte er sich mit Ihnen in Verbindung setzen? Könnte man auch unter Berücksichtigung, dass ich auf irgendeine Form von Tabletten angewiesen bin, auch kurzfristig bei Ihnen einen Termin bekommen? Und wird dafür unbedingt eine Überweisung/Einweisung vom Hautarzt benötigt? Ich bin gesetztlich versichert.

Mit freundlichen Grüßen
Antworten