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 Betreff des Beitrags: Epicutan-und Pricktestung
BeitragVerfasst: 24 Okt 2014, 15:43 
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Registriert: 08 Mär 2012, 06:47
Beiträge: 80
Hallo,

bei mir wurde eine Darmspiegelung mit Propofol, Midazolam und Buscopan vorgenommen. Gleich als ich nach der Narkose wach geworden bin, trat bei mir ein starker Juckreiz an den Händen auf, der ca. 10 Minuten anhielt. Es war kein Ausschlag zu sehen und ich hatte auch keine anderen Symptome. Es wurde ein Prick- und Epicutantest mit allen 3 Medikamenten durchgeführt. Es war keine Sensibilisierung nachweisbar.

Die Ärztin schlug mir vor, dass ich, wenn ich mich unsicher fühle noch eine Provokationstestung machen könnte. Aber sie denkt nicht, dass da was rauskommen würde. Sie meinte, es würde reichen, wenn sie mir einen Bericht über die Testung mitgibt und ich diesen bei weiteren Behandlungen mit den o.g. Medikamenten im Krankenhaus abgebe. Sie meinte auch, dass diese Medikamente ja sowieso dann im Krankenhaus von Ärzten verabreicht werden und ich ja dann dort auch unter Beobachtung stehe. Das wäre ja dann auch eine Provokation. Anders wäre das mit Medikamenten, die ich zu Hause allein nehmen würde.

Also nahm ich den Bericht über die Testung mit und verzichtete auf eine Provokationstestung.

Mich würde Ihre Meinung dazu interessieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Epicutan-und Pricktestung
BeitragVerfasst: 16 Nov 2014, 20:56 
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Fachärztin

Registriert: 09 Nov 2005, 17:35
Beiträge: 104
Wohnort: Berlin
Hallo KK9979!

Tatsächlich sehen wir das ähnlich. Ihre Reaktion war sehr mild, sodaß man ggfls. eine weitere Gabe unter Notfallbbereitschaft durchführen kann. Propofol und Midazolam kann man ohnehin gar nicht weiter testen, da man sie nicht nur so ohne weiteren Grund unter Narkose sezten würde. Buscopan könnte ggfls. mit einer vollstationären Provokationsstestung getestet werden, aber nur wenn abzusehen ist dass sie das Medikament öfter benötigen werden.
Bitte geben sie jedoch immer vor einer ärztlichen Behandlung die Befunde ab, damit die Behandlung darauf abgestimmt werden kann.
Ich hoffe ich konnte ihnen weiterhelfen
Mfg
Dr. S. Altrichter

_________________
Dr. S. Altrichter
Urtikaria-Sprechstunde Berlin


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 Betreff des Beitrags: Re: Epicutan-und Pricktestung
BeitragVerfasst: 04 Dez 2014, 16:43 
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Registriert: 08 Mär 2012, 06:47
Beiträge: 80
Sehr geehrte(r)Dr. Altrichter,

nun war ich bei meiner Hausärztin und sie laß mir den Befund der Uniklinik vor, wo nun drin stand, dass Provokationstestungen mit Midazolam, Buscopan und Propofol erforderlich seien. Das hat mich stutzig gemacht, da ich ja zuvor im Abschlussgespräch der Epicutan- und Pricktestungen die Kopie dieser Ergebnisse mitbekommen habe und ich diese bei Behandlungen, die eine Kurznarkose oder Buscopan erfordern, den Arzt vorlegen soll. Das wäre ja dann auch in einem Krankenhaus und ich würde dort auch unter Beobachtung stehen, bei Verabreichung der Mittel.

Ich habe nun nochmal in der Klinik angerufen. Die Ärztin meinte, dass das alles so richtig sei, aber ich bedenken muss, dass es sein kann, dass der behandelnde Arzt, der z.B. eine Darmspiegelung in Kurznarkose durchführen soll, dann auch sagen kann, das macht er nicht, ich solle doch erstmal bei einem Allergologen den Fall klären. Wenn ich Glück habe, dann gibt mir der Arzt eine ganz andere Narkose - nicht mit Propofol. Oder es traut sich niemand ran. Ein bißchen Recht hat sie ja: meine Hausärztin traut mir nicht mal mehr, eine Grippeimpfung zu geben. Und um so etwas zu entgehen, soll ich es mir mit den Provokationstestungen überlegen. Das würde aber bedeuten, dass ich praktisch eine Narkose bekommen würde, nur um zu testen, ob ich sie vertrage. Ansonsten habe ich keinen geplanten Eingriff, der die Medikamente erfordert. Ich habe zwar eine Enddarmspiegelung im März, aber die macht man ja ohne Spritze.

Nun weiß ich echt nicht, ob ich eine Provokationstestung machen lassen soll oder nicht. Wie sehen sie das? Ist das mit dem Propofol dann nicht ein unnötiges Risiko, gerade weil ich noch Vorerkrankungen habe (Bluthochdruck, chron. Glomerulonephritis ab z.Z. inaktiv, erhöhte Ana-Titer, allerdings konnte eine rheumatische Erkrankung nicht bewiesen werden, es wird aber weiterhin kontrolliert).


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 Betreff des Beitrags: Re: Epicutan-und Pricktestung
BeitragVerfasst: 16 Dez 2014, 09:49 
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Facharzt

Registriert: 16 Nov 2001, 00:00
Beiträge: 1399
Wohnort: Berlin
Hallo kk9979,
wenn Sie keines der Medikamente jemals zuvor bekommen haben, ist eine echte Allergie dagegen wenig wahrscheinlich. Die Testung auf den Zusatzstoff Soja(öl) war auch negativ. Auch bei Patienten, die vorher schon Propopol ausgesetzt waren, ist eine echte Allergie sehr unwahrscheinlich.
Zur Vervollständigung der Diagnostik müsste man sich überlegen, ob Latexallergie und systemische Mastozytose schon ausgeschlossen wurden. Danach müsste man in Betracht ziehen, ob die relativ milde Reaktion beim ersten Mal einer so gründlichen diagnostischen Aufarbeitung bedarf. Da es sich kaum um eine echte Allergie vom Typ 1 handeln kann, ist eine massive Reaktion bei Zweitkontakt nicht zu erwarten.
Über die Durchführung von Expositionstestungen mit Narkotika sind die Allergologen gespaltener Meinung: An einigen Kliniken wird es durchgeführt, an anderen (z.B. der unseren) nicht.
Mit freundlichen Grüßen,
Magerl

_________________
Prof. Dr. med. M. Magerl
Klinik für Dermatologie
Allergie-Centrum-Charité
Charité Universitätsmedizin
Charitéplatz 1
D - 10117 Berlin


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