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Urtikaria-Forum für betroffene Patienten
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BeitragVerfasst: 09 Jan 2015, 15:58 
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Registriert: 09 Jan 2015, 15:47
Beiträge: 3
Hallöchen,

es hat wirklich lange gedauert, bis ich mich endlich hier angemeldet habe - dachte mir immer, ich kann mich eh selber im Inet oder beim Arzt informieren aber habe schnell gemerkt, dass es wohl besser ist auch mit Betroffenen zu "sprechen".

Ich will euch gar nicht lange aufhalten :D - nur kurz:
vor ungefähr 2 Monaten ist mir aufgefallen, dass ich mich häufig unbewusst kratzen muss. Als ich dann plötzlich über den ganzen Po verteilt richtig angeschwollene Streifen entdeckte wurde mir Angst und Bang und ich konnte mir das nicht erklären. Relativ schnell fand ich über das Inet heraus, dass es sich wohl um eine Urticaria handelt. Ich hatte gehofft, dass das Jucken und die kleinen Bläschen nach 6 Wochen verschwinden. Tja - war aber nicht der Fall. Die Mistdinger fühlen sich auf meinem Körper einfach zu wohl. Allergietest habe ich gemacht - gegen nichts allergisch. Der Hautarzt hat gemeint, wir schon wieder vergehen. Aha.

Dann war ich beim Zahnarzt. Hab vor 3 Jahren ein Implantat gesetzt bekommen. Das ist wohl - nach der letzten Kontrolle - nie wirklich ausgeheilt. Ich hatte quasi einen richtigen Entzündungsherd rund um das Implantat - gemerkt habe ich nichts aber die Ärzte meinten, dass die Nesselsucht auch durch diesen Zahn entstanden sein könnte.
Jetzt hatte ich am 10.12. die Zahn-Op und die Entzündung wurde entfernt bzw. wurde alles gründlich gesäubert und es hat sich auch keine neue Entzündung entwickelt. Die Nesselsucht ist aber immer noch da.

Hm - wie lange dauert das denn bis die weg geht? Müsste das gleich passiert sein oder muss sich mein Körper erst darauf einstellen?


Eine weitere Frage drängt sich mir auf: ich habe auch gelesen, dass sich bei Nesselsuchtmenschen :) auch Ödeme am Kehlkopf bilden können. Schwellungen hatte ich bis dato noch keine - wie hoch besteht denn die Gefahr, dass das passiert? Ohje - das macht mir schon ein wenig Panik muss ich sagen.

Ich nehme übrigens um den Juckreiz zu mildern (oder ganz weg zu kriegen) alle zwei Tage Cetirizin 10mg.

Danke für eure Antwort und allen ein schönes Wochenende

Kat1 :)


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BeitragVerfasst: 13 Jan 2015, 00:04 
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Fachärztin

Registriert: 17 Aug 2010, 17:27
Beiträge: 136
Wohnort: Berlin
Hallo Kat1,

zunächst ist es bei Ihnen wichtig die spezielle Form der Nesselsucht zu sichern. Sie beschreiben Quaddeln die streifenförmig sind, die nach dem Kratzen auftreten, also nach der physikalischen Einwirkung von Scherkräften. Dies ist der Fall bei der sog. Urtikaria factitia. Sollte es sich ausschließlich um eine solche Form handeln, ist eine Ursachensuche in den meisten Fällen nach der heutigen Studienlage nicht erfolgsversprechend und wird nicht empfohlen. Ein Zusammenhang bsp. mit Infektionen im Körper ist nicht beschrieben. Lediglich bei der chronischen spontanen Nesselsucht, dass heißt der Nesselsucht, bei welcher die Quaddeln aus "heiterem Himmel" ohne äußere Provokation auftreten, ist eine Ursachensuche sinnvoll. Hier sind mögliche Ursachen Infektionen, Unvertraäglichkeiten gegenüber Inhaltsstoffen von Nahrungsmitteln oder Medikamenten, sowie Autoimmunphänomene. In vielen Fällen treffen mehrere Ursachen der o.g. zu. Gibt es einen Zusammenhang mit der Nesselsucht, sollte sich diese nach einigen Wochen nach Behebung der Ursache bessern.

Bei der Nesselsucht können auch Schleimhaut schwellungen auftreten, welche im Bereich der oberen Atemwege auch zu Luftnot führen können. Sie sollten ein Notfallset für die Tasche erhalten, welches aus Kortison und Antihistamnika besteht. Nach Einnahme muss ein Arzt aufgesucht werden, ob zu entscheiden, ob Medikamente möglicherweise noch über die Vene gegeben werden müssen. Sie sollten ein solches Notfallset auf jeden Fall mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute
Mit besten Grüßen
Nicole Schoepke


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BeitragVerfasst: 13 Jan 2015, 20:23 
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Registriert: 09 Jan 2015, 15:47
Beiträge: 3
Hallo Frau Schoepke,

vielen herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort.

Ich war heute beim Arzt - nur der wusste leider nicht genau, was er mir verschreiben soll als "Notfallset". Die Herrschaften in der Apotheke wollten mir auch gleich eine Spritze mitgeben - für den ganz extremen Fall. Habe ich aber nicht mitgenommen.
Ich war dann noch mal beim Arzt und da wurde mir jetzt Celestone 0,5 Liquidum Orfia und Infectokrupp Inhal verschrieben. Ach, das klingt alles so fürchterlich. Ich schlucke ja eigentlich so gut wie nie Tabletten und bin total überfordert mit solchen Medikamenten.

Muss ich denn wirklich, wenn bis jetzt noch keine Schwellung aufgetreten ist, damit rechnen, dass das noch passieren kann? Das ist ja dann quasi ein Leben in Angst und Ungewissheit.

Es kommt mir so vor, als ob mein Hautarzt und die Hausärztin sich nicht wirklich für meine "Erkrankung" interessieren würden - weil richtigen Tipp wie ich mich verhalten soll habe ich leider nicht erhalten.

Ich habe wohl auch bemerkt, dass die Urticaria nun ohne Einwirken von Scherkräften auftaucht - einfach so an irgendwelchen Körperstellen - am meisten am Hinterkopf, Dekolette, Hals und Gesicht. Das sind aber dann meisten nur kleine rote Flecken die jucken - richtige große Quaddeln hatte ich nur ein einziges mal wie oben beschrieben. Das liegt vermutlich auch daran, dass ich jeden 2. Tag Cetirizin nehme oder? Über welchen Zeitraum kann man die Medikamente eigentlich zu sich nehmen? Gibt es da Nebenwirkungen?

Generell: was würden Sie mir empfehlen wenn die Urticaria nicht vergeht? Einen Nahrungsmittelunverträglichkeitstest? Was gibt es noch? Es ist echt kompliziert.

Vielen herzlichen Dank für Ihre Bemühungen, dass Sie sich um alle Einträge hier im Forum kümmern und so hilfsbereit sind - in Zeiten wie diesen tut das dem Herzen wirklich gut :)

LG
Kat1


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BeitragVerfasst: 21 Jan 2015, 11:46 
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Registriert: 09 Jan 2015, 15:47
Beiträge: 3
Hallo,

ich würde mich freuen, wenn ich auf mein letztes Posting noch eine Antwort bekommen könnte. :)

Ich habe nun vom Arzt ein Notfallset bekommen. Darin befindet sich flüssiges Kortison und Infectokrupp. Das ich dazu aber einen Vernebler brauche, wurde mir nicht mitgeteilt - auch in der Apotheke waren alle ratlos.
Brauche ich, falls eine Schwellung in den oberen Atemwegen auftreten sollte - was aber nicht passiert ist bis dato - diesen Vernebler oder geht das auch ohne?

Danke für eine Info und Grüße

Kat1


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