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 Betreff des Beitrags: Omalizumab
BeitragVerfasst: 10 Feb 2015, 19:26 
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Registriert: 22 Mai 2013, 11:05
Beiträge: 7
Hallo, ich habe vor einigen Monaten schon einmal meine Leidenszeit mit Urtikaria geschildert welche sich aber mehr und mehr verschlimmert. Ich bin 48 Jahre alt, männlich und leide seit fast 8 Jahren an einer Chronischen Spontanen Urtikaria. Meine Reaktionen sehen wie folgt aus: häufig sehr große Quaddeln(fast faustgroß), manchmal sehr viele kleine Quaddeln immer mit sehr starkem Juckreiz verbunden, und in letzter Zeit schwellen mir sowohl das Auge als auch die Lippen(ich sehe dann wirklich furchterregend aus) an. Mit dem jucken kann ich einigermaßen leben, mit dem anschwellen der Schleimhäute allerdings sollte man nach Aussage meines Apothekers nicht spaßen. Wenn ich einen starken Schub habe kann ich im Prinzip im Bett bleiben weil ich dann zu nichts mehr fähig bin. Dann hilft nur noch Cortison( Celestone 0,5) 2-4 Tabletten welche mir dann auch sofort helfen. Keiner der 7!!! Hautärzte konnte mir mit Histaminikas(ich denke ich habe so ziehmlich alle getestet)) weiter helfen. Das Problem ist leider das es bei mir in Raum 67067 keinen Hautarzt oder Internisten gibt der sich wenigstens ein bisschen mit Urtikaria auskennt. Der Besuch läuft immer nach Schema "F" ab. Wie lange, was haben sie bisher genommen, auf keinem Fall mehr Cortison probieren sie mal diese Antihistaminika aus. Ich habe herausgefunden das ich auf viele Speisen, Getränke und auch Medikamente reagiere. Aber manchmal kommt es vor das ich morgens aufwache und übersäht bin mit Quaddeln und nicht weiß woher die nun kamen. Meine letzte Hautärztin hat mir empfohlen mich histaminarm zu ernähren was mir auch ein wenig Linderung bescherte. Jetzt habe ich hier von dem neuen Medikament Omalizumab erfahren und wüßte gerne ob ich mir das einfach von meiner Hautärztin verschreiben lassen kann und wie ich es einnehmen soll. Bitte schreiben sie mir nicht das ich dazu wieder einen Hautarzt konsultieren soll, den Weg kann ich mir wirklich sparen( es sei denn sie kennen einen Arzt aus meinem Raum der wenigstens ein wenig Interesse und Erfahrung mitbringt). In der Uniklinik Mainz warte ich seit 8 Monaten auf einen Termin in der hautklinik Mannheim bekommt ich nur einen termin wenn ich kurz vorm ersticken bin. Vielen Dank für ihr Verständnis.

mit freundlichen Grüßen Stefan S.


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 Betreff des Beitrags: Re: Omalizumab
BeitragVerfasst: 25 Feb 2015, 06:09 
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Fachärztin

Registriert: 17 Aug 2010, 17:27
Beiträge: 136
Wohnort: Berlin
Hallo Stefan S,
die Therapie der chronischen spontanen Nesselsucht, sowie wie Sie sie beschreiben, kann einerseits in der Behandlung der Ursache bestehen oder in der symptomatischen Therapie - das heißt der Unterdrückung der Symptome.
Mögliche Ursachen für eine chronische spontane Nesselsucht sind u.a. Infektionen; Unverträglichkeiten von Medikamenten oder Nahrungsmittelinhaltsstoffe; oder autoimmune Phänomene.

Eine Ursachensuche, wenn Sie denn gewünscht ist, sollte all diese möglichen Aspekte abdecken und kann bsp. beim Dermatologen durchgeführt werden. Viele (Uni-) Kliniken bieten hier spezielle Programme an.

Sollte die Ursache nicht gefunden werden können, oder eine Ursachensuche nicht erwünscht sein, dann steht die symptomatische Therapie zur Verfügung. In der Tat steht hier an erster Stelle die Therapie mit Antihistamninka (bsp. Ceterizin, Loratadin, Aerius, Ebastel, Rupatadin....), die Sie (zu Recht) bereits erhalten haben. Bei Nichtansprechen ist hier eine Aufdosierung auf die vierfache Dosierung möglich - hier muss ein Arzt die Möglichkeit der Aufdosierung bei jedem Patienten individuell abwägen.

Kortisonpräparate stellen nur ein Therapieform im Notfall da, nicht aber eine Dauertherapie. Ein Notfall wäre bsp. ein ausgeprägte Schwellung, speziell im Schleimhaubereich, eine Zungen- oder Lippen oder Schwellung der oberen Atemwege mit Schluckbeschwerden und Atemnot. Hierfür benötigen Sie eine Arzt, der Ihnen ein Notfallset aufschreibt, bestehend aus Antihistaminika und Steroiden.

(Leider) ist die Therapie der Urtikaria ohne Konsultation eines Arztes nicht (adäquat) möglich, auch wenn Sie hier schon einige Vorstellungen hatten.

Gerade für die Therapie mit Omalizumab müssten Sie einen Arzt aufsuchen. Dies ist eine Therapie, die zum Einsatz kommen kann, wenn beispielsweise Antihistamnika in der vierfachen Dosierung nicht ansprechen. Die Therapie erfolgt zunächst einmal im Monat mittels einer Spritze in den Oberarm - wie sie das vielelicht von einer Impfung kennen. Dieses Mediakment muss Ihnen aber von einem Arzt verschrieben und auch verabreicht werden. Außerdem sollte Ihr Ansprechen von einem Arzt im Verlaufe überwacht werden.

Ich wünsche ihnen hierbei viel Erfolgt.
Mit freundlichen Grüßen
Nicole Schoepke


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 Betreff des Beitrags: Re: Omalizumab
BeitragVerfasst: 01 Mär 2015, 12:30 
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Registriert: 22 Mai 2013, 11:05
Beiträge: 7
Herzlichen Dank für ihre Antwort Fr. Dr. Schoepke,

die Aufdosierung auf das vierfache wurde schon durchgeführt und führte ebenfalls zu keinem nennenswerten Ergebnis. Da ich durch meine 7-jährige Leidenszeit schon einige Lebensmittel erkannt habe die mir nicht gut tun, mir es aber trotzdem noch des öfteren passiert das ich morgens aufwache und übersäht bin mit juckenden Quaddeln, werde ich mit Hilfe eines Dermatologen versuchen meine Kortisonmenge durch Omalizumab versuchen zu ersetzten. Wirklich sehr sehr schwierig gestaltet sich allerdings die Sache mit den Medikamenten. In den letzten 7 Jahren musste ich alles an Schmerzen versuchen auszuhalten oder habe mir wen es gar nicht mehr ging etwas Paracetamol eingeworfen. Dennoch wüßte ich nicht was ich den Ärtzen sagen sollte wenn eine Operation anstünde oder ich beim Zahnarzt eine Wurzelbehandlung bekommen würde. Bisher habe ich auf fast alle Schmerzmittel(ausser mit Abstrichen Paracetamol) mit Ausschlag und Juckreiz reagiert. Vielleicht könnten sie dazu noch kurz Stellung nehmen und/oder mir ein paar Tipps geben.

vielen Dank für ihre Mühe S. Schweis


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