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 Betreff des Beitrags: Ursache Tee/Trinkwasser?
BeitragVerfasst: 24 Mai 2015, 17:19 
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Registriert: 24 Mai 2015, 16:41
Beiträge: 2
Hallo,

ich hatte früher (vor > 10 Jahren) schon mal mit Urtikaria zu tun. Eine Ursache wurde nicht gefunden, ein Allergietest hat einzig eine Nickelallergie ergeben.
Meine Ärztin hatte mir die Pascoe-Therapie empfohlen, die ich auch durchgeführt habe. (Glaube, es war irgendein Pulver, das ich einnehmen musste, im Zusammenhang mit einer strengen Diät.) Nach einem halben oder einem Jahr war der Spuk vorbei. Ob es an der Therapie lag, weiß ich nicht. Auf jeden Fall hat sie mir anderweitig nicht gut getan.

Jetzt habe ich seit einigen Wochen wieder Probleme. Zunächst fing das abends an, wurde bis zum Morgen etwas schlimmer und tagsüber verschwanden die Quaddeln wieder. Habe überlegt, ob es am am Bett liegen könnte, aber ich habe kein neues Waschmittel oder so verwendet.
Danach fing es auch schon an, als ich im Wohnzimmer auf dem Sofa gesessen habe, aber auch erst abends zuhause. Ein paar Tage später hatte ich auch tagsüber außer Haus ein paar kleine Stellen mit Quaddeln, aber noch aushaltbar, abends wurde es immer schlimmer.
Bis es dann eines abends so schlimm war, dass meine Arme und Beine großflächig betroffen waren und viel schlimmer noch: Meine Füße. Die juckten, waren geschwollen und ich hatte das Gefühl, als würde ich beim Gehen immer auf eine Wallnuss treten. Ein kaltes Fußbad hat ein klein wenig Linderung gebracht, am nächsten Morgen war das Jucken wesentlich besser, aber ich hatte noch 1,5 Tage beim Gehen richtig Schmerzen unter den Füßen.
War bei meinem Hausarzt, der mir Loratadin empfohlen hat, mehr könne man da nicht machen.

Die Einnahme der Tabletten haben mir auch geholfen, erst einmal täglich eine, ab und zu auch zwei Stück am Tag.

Jetzt am Wochenende ist es wieder schlimmer. Habe heute schon drei Tabletten genommen. Etwas helfen sie auch, aber leichte Quaddeln und leichtes Jucken sind noch vorhanden.

Was mich wundert ist, dass die Probleme abends und zuhause schlimmer werden.

Jetzt habe ich natürlich überlegt, was ich in der letzten Zeit geändert habe, und das einzige, das mit einfällt, ist das Trinken. Bis vor ein paar Wochen/Monaten habe ich sehr viel Mineralwasser und vor allem Cola light getrunken. Jetzt trinke ich überwiegend Kräutertee, ca. 3 l am Tag, zusätzlich noch Mineralwasser und etwas Cola light.

Kann darin die Ursache liegen?

Ich habe schon öfter überlegt, ob die Trinkwasserleitungen bzw. die Trinkwasserqualität hier im Haus vielleicht nicht mehr so gut sind, allerings habe ich da eher an die Trinkwasser-Hygiene gedacht. (Unabhängig von der jetzigen Situation, einfach wegen allgemeiner Mängel im Haus.)

Aktuell denke ich z. B. an Nickel im Wasser. Kann eine Nickelallergie nur im Kontakt mit der Haut auftreten oder auch beim Trinken von nickelhaltigem Wasser?
Wie schnell würden dann die Beschwerden auftreten? Denn ich mache mir auch jeden Tag im Büro eine Kanne Tee, da habe ich weniger Probleme. Das könnte ja auch dafür sprechen, dass es am Leitungswasser zuhause liegt. Der Tee, den ich trinke, ist der gleiche.

Oder sind die Überlegungen totaler Quatsch?

Mein Arzt hat einen erneuten Allergietest als unnötig abgewunken, weil ein solcher früher auch keine Ergebnisse zutage gebracht hat. Und Urtikaria trete meistens ohne Ursache auf bzw. könne man nichts dagegen tun. Außer Tabletten schlucken.

Ist das so? So ganz mag ich nicht glauben, dass andere Möglichkeit als Tabletten gleich gänzlich ausgeschlossen werden.

VG jess


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 Betreff des Beitrags: Re: Ursache Tee/Trinkwasser?
BeitragVerfasst: 26 Mai 2015, 09:06 
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Fachärztin

Registriert: 17 Aug 2010, 17:27
Beiträge: 136
Wohnort: Berlin
Hallo Jess,

die Symptome, die Sie beschreiben, klingen (wenn sie mindestens 6 Wochen bestehen) wie eine chronische spontane Nesselsucht, dass heißt das Auftreten von juckenden Quaddeln, Rötungen und Quaddeln, scheinbar aus „heiteren Himmel“; ohne direkt erkennbare Ursache. Bei der chronischen spontanen Urtikaria ist es möglich eine Ursachensuche durch zuführen, leider findet man nicht immer eine zugrunde liegende Ursache. Mögliche Ursachen sind Infektionen im Körper, eine autoimmune Ursache oder der Einfluss von Medikamenten und Lebensmittel als sogenannte Pseudoallergene. Eine „richtige“ Allergie ist in weniger als 1% die Ursache. Möglich wäre, dass in dem Kräutertee Farbstoff, Konservierungsstoffe enthalten sind, die die genannten Symptomen triggern. Dabei können die Beschwerden erst bis zu drei Tage verzögert auftreten, sodass ein Zusammenhang meist nicht ganz so einfach nachzuvollziehen ist.
Wenn keine Ursache gefunden wird, die behandelt werden kann, dann sind die Therapie der Wahl Antihistamnika, die in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt auch in vierfacher Dosierung eingenommen werden können. Dies sollten Sie aber mit Ihrem behandelnden Arzt detailliert besprechen.
Ich wünsche Ihnen hierfür viel Erfolg.

Mit den besten Grüßen
Nicole Schoepke


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 Betreff des Beitrags: Re: Ursache Tee/Trinkwasser?
BeitragVerfasst: 13 Jun 2015, 09:38 
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Registriert: 24 Mai 2015, 16:41
Beiträge: 2
Hallo Frau Schoepke,

danke für Ihre Antwort!

Ich habe seit meinem Beitrag keinen Tee mehr getrunken (nur ab und zu Minztee direkt von der Pflanze), aber wirklich besser ist es nicht geworden. Lag dann wohl nicht daran.
(Wobei ich ganz normalen Pfefferminz-, Fenchel- und Kamillentee ohne Zusatzstoffe getrunken habe. Aber ein Test von WISO, der Pyrrolizidinalkaloide in einer Vielzahl der getesteten Tees gefunden hat, hat mich davon abgeschreckt. Auch wenn das wohl nichts mit der Urtikaria zu tun hat. Zumal sich seit dem ja auch nichts gebessert hat.)

Mit den Quaddeln ist es mit dem Loratadin schon besser geworden, allerdings nehme ich auch 4-6 x 10 mg am Tag. Immer wenn die ersten Symptome kommen.
Aber selbst, wenn ich abends 2 x 10 mg vor dem Schlafengehen nehme, wache ich morgens oft mit (zu)geschwollenen Augen und teilwieser dicker Lippe auf. Was ziemlich übel ist, weil ich dann direkt ins Büro oder sogar zum Kunden muss.
Gibt es irgendwas, was ich abends vorbeugend machen könnte?


Und noch eine Frage:

Kann auch die Luftröhre betroffen sein?

Ich hatte vor einigen Monaten ständig das Gefühl, schlecht Luft zu bekommen, immer einen Reiz in der Luftröhre zu haben, habe es aber auf eine Erkältung geschoben, die einfach zu hartnäckig war. Aber nach mehreren Wochen kam mir das schon spanisch und vor allem belastend vor. Bei Erkältungen lege ich mir dann oft eine Wärmeflasche auf den Rücken, hier dann auch, was in diesem Fall aber gar keine Linderung brachte.
Zwischenzeitlich war es mal besser, mal wieder schlechter. Letztens hatte ich das Gefühl, dass die Beschwerden besser wurden, nachdem ich das Loratadin genommen habe. Zufall?

Diese Probleme müssten etwa zeitgleich mit den oben beschriebenen aufgetreten sein. (Genau kann ich das nicht mehr sagen, weil das für mich bis jetzt zwei verschiedene Dinge waren.)

Könnte das auch durch die Urtikaria kommen? Oder ist das völliger Quatsch?

Wenn: Was kann man dagegen tun? Reicht es dann, die Tabletten griffbereit zu haben, oder kann es auch mal schlimmer werden, dass die nicht mehr ausreichend und schnell genug helfen und ich somit ernste Atemnnot bekommen könnte?
Bis jetzt war es immer unangenehm, wobei ich schon teilweise leichte Panik bekommen habe, aber wohl eher, weil ich mich hineingesteigert habe. Aber richtig bedrohlich war es nie.



Schönen Gruß

jess


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 Betreff des Beitrags: Re: Ursache Tee/Trinkwasser?
BeitragVerfasst: 23 Jul 2015, 13:34 
Offline
Fachärztin

Registriert: 17 Aug 2010, 17:27
Beiträge: 136
Wohnort: Berlin
Hallo Jess,
bei der Nesselsucht können neben Beschwerden an der Haut mit Rötungen, Quaddeln und Juckreiz auch die Schleimhäute betroffen sein. Beispielsweise kann es zu einer Lippenschwellung, Zungenschwellung oder auch zu einer Schwellung des oberen Atemtracks kommen. Dies kann das Gefühl von Schluckbeschwerden und Atemnot auslösen. Ihre Beschreibungen, dass sie schlechter Luft bekommen, könnten daher im Rahmen der Nesselsucht aufgetreten sein. Passen dazu würde auch, dass es unter der Therapie mit Loratadin etwas besser wird.

Wichtig ist, dass alle Patienten mit Nesselsucht, die bereits Schwellungen im Gesicht hatten oder die über Symptome wie Sie berichten, eine Art Notfallset haben. Potentiell können die Schwellungen des oberen Atemtracks zunehmen und im schlimmsten Falle zu einer Verlegung der Atemwege führen. NAch Einnahme des Notfallsets müssen Sie sich aber
umgehend bei einem Arzt vorstellen.

Die Basistherapie der Schwellungen ist vergleichbar mit der Therapie der Quaddeln. Die eingenommenen Antihistamnika sollten die Beschwerden der Quaddeln und der Schwellungen reduzieren bzw. komplett vermeiden. Da sie nun aber unter dem Loratadin noch keine zufriedenstellende Kontrolle haben, sollten Sie zusammen mit ihrem behandelnden Arzt überlegen hier das Antihistaminikum aufzudosieren, umzustellen, bzw. auf andere Therapieoptionen bsp. Omalizumab, zurück zugreifen.
Diese möglichen Optionen und vor allem die Notwendigkeit eine Notfallsets, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Ich wünsche Ihnen hierbei viel Erfolg.
Mit den besten Grüßen
Nicole Schoepke


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