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 Betreff des Beitrags: Urtikaria ohne Quaddeln?
BeitragVerfasst: 22 Okt 2017, 21:54 
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Registriert: 22 Okt 2017, 21:07
Beiträge: 1
Hallo zusammen,

ich bin neu hier...

Wie aus dem heiteren Himmel... Ich war immer gesund, stark und habe in den letzten Jahren viel gemacht und auch Einiges erreicht. Auf einmal, Ende Juli, plötzlich ein furchtbarer Juckreiz an den Fußsohlen, dann in der zweiten Nacht wie Bienenstiche dort und in der dritten Nacht kein Schlaf wegen Schmerzen und nicht mehr Laufenkönnen, wie als ob Luftkissen an den Sohlen geklebt wären. Krankenhaus, Neurologieabteilung, Cortison 50 mg (sie können nix anderes, nur ohne Sinn und Verstand mit Cortison vollpumpen..). Im der zweiten Nacht im Krankenhaus plötzlich Quaddeln an den Oberschenkeln, brennender Mund und geschwollene Zunge. Diagnose: akute Nesselsucht. Dazu noch mehr Cortison, was sonst.
Seit dann blieben die Beschwerden: brennende Fußsohlen, ich beschreibe es so: die Würmer fressen mich von innen, Mal sind sie friedlich, also sie schlingeln sich um die Zehen und kitzeln ein wenig und dann plötzlich (meisten Nachmittags und Nachts) werden sie sehr böse, dann fressen sie sich durch das Fleisch und es schmerzt. Dabei brennt der Mund, die Zunge ist groß, mit Zahnabdrücken und Husten will nicht aufhören, noch dazu immer wieder das Piecksen wie mit Nadeln in ganzen Körper.
Allergietest und Asthmauntersuchungen sind vor Kurzem gemacht worden: kein Befund, ebenso sämtliche Blutwerte sind einwandfrei. Die Besserung merke ich eindeutig, wenn ich Ebostel einnehme. Obwohl 10 mg sind für mich viel zu wenig. 40 mg wäre genau richtige Dosis, nur Ebostel ja cardiotoxisch ist und nun quäle ich mich mit 10 mg, in Ausnahmen Mal 20 mg. Loratadin hilft nicht, mach nur müde, Rupatadin hat die Wirkung nur nach mehreren Stunden gezeigt, war aber trotzdem nicht überzeugend.
Nun meine Fragen:
1. darf man alle mögliche Antihistaminika abwechseld einnehmen? Meine Idee: Ebasel 10 mg und dann Rupatadin vorm Schlafengehen, da schön sediert, hilft beim Einschlafen, und Ebastel halt zum Vormittag, hilft dann den Arbeitstag zu überstehen und niedrige Dosis schont das Herz.

2.ist es überhaupt möglich, dass ich an Urtikaria leide? Ich habe keine Quaddeln und die Schwellung der Zunge und der dicke Belag darauf sind stetig, seit August, und unverändert gleich. Gleichzeitig bin ich sehr gereizt, ja, sogar agressiv, muß mit großen Anstrengung mich beherrschen. Ich fühle mich sehr krank, erschöpft, fiebrich, einfach nur schlecht. Manchmal sitze ich in der Firma vorm Computer und weine. Vom Schmerz, von der Hilflosigkeit und vor Wut, dass ich so gepeinigt werde.
Hat jemand sonst solche Beschwerden gehabt?
Danke
Grüße an alle Leidenden und auch an uns helfen Wollenden
anemoi


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 Betreff des Beitrags: Re: Urtikaria ohne Quaddeln?
BeitragVerfasst: 02 Jan 2018, 11:26 
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Facharzt

Registriert: 16 Nov 2001, 00:00
Beiträge: 1407
Wohnort: Berlin
Hallo anemoi,
die von Ihnen beschriebenen Beschwerden sind durchaus vereinbar mit einer Urtikaria, und vom literarischen Standpunkt her ist die Beschreibung ausgezeichnet. Lediglich der Husten und die belegte Zunge sind für eine Urtikaria nicht typisch, vielleicht gehören diese Beschwerden zum Auslöser?
Bezüglich der Kardiotoxizität von Ebastel kann ich Sie beruhigen. Das trifft nur für Meerschweinchen zu. Beim Menschen wurde dieser Effekt nicht beobachtet, auch nicht bei 40mg tgl. Erst bei Dosen ab 80mg tgl werden bei einzelnen Probanden Veränderungen im EKG beschrieben, die aber nicht als kardiotpxisch anzusehen sind. In den Leitlinien wird auch für Ebastel die Hochdosierung auf bis zu 40mg tgl empfohlen, wenn niedrigere Dosen nicht zur Beschwerdefreiheit führen. Die gleiche Leitlinie rät von einer Kombination verschiedener Antihistaminika ab.
Mit besten Grüßen,
Magerl

P.S.: http://urticariaday.org/urticaria-day-2 ... urtikaria/

_________________
Prof. Dr. med. M. Magerl
Klinik für Dermatologie
Allergie-Centrum-Charité
Charité Universitätsmedizin
Charitéplatz 1
D - 10117 Berlin


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