Chronische Urtikaria

Liebe Gäste, wir freuen uns wenn Sie Anregungen haben oder uns Ihre Meinung zum Thema Nesselsucht oder Inhalt der Internetseite mitteilen möchten.

Vielen Dank für Ihre Beteiligung!

Erika
Beiträge: 36
Registriert: 31 Dez 2001, 00:00
Wohnort: Wien

Beitrag von Erika »

Vorausschickend:
Ich hatte schon immer Hautprobleme und einmal nach zuviel Fisch einen Allergieschock (Monster wie in den Filmen wo jemand von einer Wespe gestochen wird) wo ich Calcium und Cortison bekam um nicht zu ersticken..

Urtikaria
Es begann Ende Jänner 2001. Juckreiz und Quaddeln. Als ich meinem Hautarzt die "Erscheinungen" zeigte, meinte er eine typische Urtikaria. Meine Bedenken, dass ich zuvor krank war und Novalgin-Tropfen nehmen musste und diese vielleicht der Auslöser sein konnten, zerschlug er. Er verschrieb mit Telfast 180mg (1x täglich) und gab mir den Ratschlag, Histaminhältige Lebensmittel zu meiden. Im Internet forschte ich dann nach "Urtikaria" und fand viele Tipps. Als das ganze jedoch länger als 3 Wochen dauerte, wurde mir leider bewusst, dass es sich nun um eine "chronische Urtikaria" handelte. Ich mußte meine ganze Bekleidung in "kratzt" und "tragbar" trennen. Viele Schuhe konnte ich auch nicht tragen, da mir auch Druckstellen zu schaffen machten. Es wurde jedoch trotz Meidung bestimmter Lebensmittel nicht besser, sondern schlimmer. Mein Hautarzt meinte, ich solle Geduld haben und 2 Telfast pro Tag nehmen. Das wollte ich aber keinesfalls, da mich die Tabletten anfangs sehr müde machten. Eine Arbeitskollegin empfahl mir dann eine Hautärztin (http://www.skin.at), welche auch die Bioresonanz durchführt und ihre Tochter von einer Hautkrankheit geheilt hat. Ich machte dort einen Allergietest (mittels Bioresonanz) und es wurde festgestellt, dass mein Körper auf folgendes allergisch reagierte:
Weizen stand, Weizenkorn, Weizenmehl, Roggen stand, Roggenkorn, Roggenmehl, Hefe, Gliadin, Weizengluten, Kuhmilch, Käse, Kasein, Eiklar, Schweinefleisch, Fisch, Kakao, Zucker weiss, Schokolade, Nüsse, Erdbeeren, Bananen, Orangen, Zitronen, Kiwi, Grapefruit, Karotten, Tomaten, Sauerkraut, Hausstaub, Hausstaubmilbe, Mehlmilbe, Schimmel, Entenfedern, Gänsefedern, Daunenfedern, Schafwolle.
Ich bekam zur Körperentgiftung Lysintabletten, Zellschutztabletten, Aloe Vera Saft und Tropfen. Ich strich die o. a. Nahrungsmittel von meinem Speiseplan. Dinkelweckerl ohne Hefe, Kamutbrot usw. bekomme ich bei einem Spezialbäcker. Dinkelmehl und Rohrzucker ist auch schon überall zu bekommen.
Nach einigen Bioresonanzbehandlungen und Meiden der obigen Nahrungsmittel ging es mir bald besser.
Derzeit nehme ich jeden 2. Tag ein Telfast 180mg. Aber ganz ohne Tabette komme ich leider noch immer nicht aus.
Vielleicht helfen Euch meine Erfahrungen weiter.
Auch ich würde mich freuen, wenn Ihr mir noch Tipps geben könnt.
Dr. M. Magerl
Facharzt
Beiträge: 1431
Registriert: 16 Nov 2001, 00:00
Wohnort: Berlin

Beitrag von Dr. M. Magerl »

Die Auslösung einer Urtikaria durch Novalgin (Metamizol) ist durchaus denkbar, wenn auch nicht zwingend kausal. Die Ursachen, die die Urtikaria jetzt am "blühen" halten, können verschiedenster Herkunft sein. Das muß nicht unbedingt eine Allergie sein, auch wenn Ihnen eine ganze Menge davon attestiert wurden. Allergien werden durch Hauttests diagnostiziert. Auf unserer Seite http://www.urtikaria.net/new/ursachen.htm sind auch andere, durchaus häufigere Ursachen aufgezählt, die natürlich auch kombiniert (zueinander und/oder zur Allergie) vorkommen können. Da Ihnen durch die große Anzahl der zu meidenden Stoffe ein gutes Stück Lebensqualität verlorengeht, wäre ein (vorläufig) zusätzlicher Therapieversuch sicher nicht von Schaden. Bitte sehen Sie mal unter http://www.urtikaria.net/new/therapie.htm nach. So wäre unterstützend zur jetzigen Therapie der Versuch einer Symbioselenkung denkbar. Sollte bei Ihnen zusätzlich eine Allergie auf Schimmel festgestellt werden, könnte diese Therapie bei Vorhandensein von Schimmelpilz im Darm/Stuhl um eine antimykotische Komponente sinnvoll erweitert werden. Die auf diese Weise sanierte Darmflora und die dadurch wiederhergestellte Darmbarriere machen den Verdauungstrakt resistenter gegen Antigene. Letztendlich müssen natürlich Sie auf der Grundlage Ihrer bisherigen Erfahrungen die Therapieform wählen, von der Sie sich das beste Verhältnis von Nutzen, Belastung und Risiko versprechen.
Mit besten Grüßen,
Magerl
Erika
Beiträge: 36
Registriert: 31 Dez 2001, 00:00
Wohnort: Wien

Beitrag von Erika »

Sehr geehrter Herr Dr. Magerl!
Herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort. Wie Sie schon festgestellt haben, ist meine Lebensqualität derzeit am Nullpunkt angelangt. Die von Ihnen vorgeschlagene "Symbioselenkung" würde ich gerne probieren. Gibt es auch in Wien ein "Zentrum" für Urtikaria Patienten, wo die in der Homepage angeführten Therapien und Behandlungsmöglichkeiten auch durchgeführt (und nicht belächelt) werden?
Besten Dank für Ihre rasche Antwort!
Dr. M. Magerl
Facharzt
Beiträge: 1431
Registriert: 16 Nov 2001, 00:00
Wohnort: Berlin

Beitrag von Dr. M. Magerl »

Leider kann ich Ihnen kein Urtikaria-Zentrum in Wien nennen, meines Wissens gibt es auch keine Liste mit einer solchen Zusammenstellung. Evtl. kann Ihnen mit dieser Frage eine Selbsthilfegruppe weiterhelfen, in einem der Forumbeiträge unter der Rubrik "Erfahrungsaustausch" ( http://www.urtikaria.net/bb/viewtopic.p ... forum=10&1 ) wurde eine Kontaktadresse gepostet.
Mit besten Grüßen,
Magerl


<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: magerl am 2002-01-04 15:51 ]</font>
Erika
Beiträge: 36
Registriert: 31 Dez 2001, 00:00
Wohnort: Wien

Beitrag von Erika »

Sehr geehrter Herr Dr. Magerl!
Ich danke Ihnen für die rasche Antwort! Ich habe mich an die von Ihnen angegebene Kontaktadresse gewandt.
Liebe Grüße aus Wien und ein schönes Wochenende!
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo Erika,
durch Zufall bin ich auf die web_side der Mainzer Uni Klinik gelangt. Leider bin ich auch Urtikaria geschädigt. Ich habe seid 1999 die chronische Urtikaria. Im Mai 2001 war ich für 2 Wochen in Uniklinik Mainz zur stationären Abklärung. Vor dieser Zeit, habe ich gelitten wie ein Hund. Ohne Tabletten – Telfast, Alerid, usw. lief nichts mehr. Jeden Tag hatte ich schlimmste Juckanfälle und war mit Quaddeln übersät. In dieser Zeit war ich oft krank, und das Unverständnis mancher Menschen ( hauptsächlich Kollegen) machte mir zusätzlich noch zu schaffen. Dieser ständige Juckreiz hörte und hörte nicht auf.

Mein Hautarzt konnte mir nicht helfen und da wandte ich mich an Mainz. Diese 2 Wochen Krankenhausaufenthalt waren das Beste was mir passieren konnte. Seid dieser Zeit habe ich nie wieder eine Tablette nehmen müssen. Ich muß jetzt auf meine Enährung achten und austesten, was ich zukünftig essen kann. (Tomaten, Paprika, Pfeffer, Chilies, eigentlich alles was scharf ist, kann ich nicht mehr essen) Das ist nicht immer einfach, aber ich stehe dem Ganzen jetzt sehr positiv gegenüber und das hilft mir mit der Krankheit sehr gut zu leben. Diese 2 Wochen waren für mich eine komplette "Rundumerneuerung" körperlich und physich gesehen. Melde Dich doch mal.
Viele Grüße
dani
Erika
Beiträge: 36
Registriert: 31 Dez 2001, 00:00
Wohnort: Wien

Beitrag von Erika »

Hallo Dani!
Danke für Deine Anwort. Ich freue mich für Dich, dass es Dir besser geht. Es gibt manchmal Tage da hat man das einigermaßen im Griff, aber auch Tage da möchte man sich am liebsten verkriechen. Ich glaube noch immer, daß die Krankheit die besten Chancen hat auszubrechen, wenn man Psychische Probleme bzw. grossen Stress hat. Ich glaube der Körper "schreit" nach Hilfe und bedeckt uns deshalb mit Quaddeln. (Es gibt auch ein Sprichwort: Die Haut ist das Spiegelbild unserer Seele).
Und es finden sich auf diesen Seiten ja immer wieder Berichte von unseren Leidensgenossen (wie von der Krankenschwester welche schreibt): ...Ich arbeite als Krankenschwester im stationären Bereich, Sie können sich sicher vorstellen, wie unangenehm es ist von einer Minute auf die andere wie ein aufgequollenes rotes Monster vor seinen Patienten zu stehen...

Was natürlich noch dazukommt ist die ANGST. Man hat ANGST vor dem Essen, man hat ANGST in Firmenbesprechungen "gequaddelt" dazustehen, man hat ANGST in einem Lokal etwas zu essen usw.
Ich glaube als Begleiter zur Krankheit ist auch eine psychologische Betreuung enorm wichtig.

Liebe Grüße aus Wien
Erika
Zuletzt geändert von Erika am 26 Nov 2002, 21:39, insgesamt 1-mal geändert.
Brit
Beiträge: 12
Registriert: 22 Jan 2002, 00:00
Wohnort: Herne

Beitrag von Brit »

Liebe Erika,bin eine LEIDENSGENOSSIN und surfe viel im Netz.Bin dabei auf den Namen einer "Kapazität bei Hauterkrankungen" gestossen. Prof.Dr.Reinhart Jarisch.Er ist bei euch in Wien im FAZ (muss ein Zentum für Allergieerkrankungen sein). Beschäftigt sich u.a.mit Histaminunverträglichkeit.Vielleicht kannst du dort mal vorsprechen.Gruss Britt
Erika
Beiträge: 36
Registriert: 31 Dez 2001, 00:00
Wohnort: Wien

Beitrag von Erika »

Hallo Brit!

Danke für Deine Informationen. Habe in unseren "gelben Seiten" gesurft und bereits die Adresse gefunden:

FAZ Floridsdorfer Allergiezentrum
1210 Wien, Franz Jonas Platz 8
Tel: 2702530

Werde mich dort zum Thema "Urtikaria" schlau machen.

Du hast die chronische Urtikaria auch schon seit September 2001, ich bereits seit Jänner 2001. Hat es bei Dir ein besonderes Ereignis gegeben? Wenn es mir besser geht, dann kommen auch nicht so viele Quaddeln.

Liebe Grüße aus Wien
Erika
Zuletzt geändert von Erika am 26 Nov 2002, 21:40, insgesamt 1-mal geändert.
Brit
Beiträge: 12
Registriert: 22 Jan 2002, 00:00
Wohnort: Herne

Beitrag von Brit »

Hallo Erika,habe mir das Buch "Histaminintoleranz"von R.Jarisch herausgegeben beim Georg Thieme Verlag bestellt,da ich festgestellt habe,dass ich bei bestimmten Lebensmitteln (angabl.nicht allergisch darauf)besonders stark mit Quaddeln zukämpfen habe.Wenn ich z.B nur das abendliche Bier weglasse,geht es mir besser.Außerdem vertrage ich keine Dauerwurst wie(Salami,Cervelatwurst,geräuchertes etc.)ebenfalls tötlich ist Käse (Emmentaler ,alter Gouda und Schimmelkäse)und bestimmte Fische. Habe nach einem Besuch im spanischen Restaurant festgestellt,dass gegrillte Sardinen und Sardellen ebenfalls verheerende Wirkung haben. Deshalb meine Annahme das es sich bei mir um eine Histaminintolleranz handelt.Auch nach Sauerkraut und Sellerie geht es mir schlecht.Lies mal etwas darüber,vielleicht hilft es Dir. Gruss Britt
Erika
Beiträge: 36
Registriert: 31 Dez 2001, 00:00
Wohnort: Wien

Beitrag von Erika »

Hallo Britt!

Danke für Deine Informationen. Werde mir das Buch besorgen.

Liebe Grüße aus Wien
Erika
Gast

Beitrag von Gast »

Hallo Erika,
daß ist mir auch aufgefallen, daß die Psysche bei der Utrikaria eine wichtige Rolle spielt. Leider habe ich mich bis jetzt noch nicht dazu durchgerungen therapeutische Hilfe aufzusuchen. Aber, ich glaube, daß es ohne nicht gehen wird. Ich bin ein Mensch mit einem großen Helfersyndrom und wurde auch deshalb oft ausgenutzt. Ich bin überzeugt, daß ich deshalb auch Probleme mit der Schilddrüse bekommen habe. Und ungefähr 2 Jahre später bin ich an Urtikaria erkrankt. Ich muß für mich lernen, NEIN zu sagen ( was mir sehr schwer fällt) und vermeiden, alles persönlich zu nehmen.
Wenn ich psychischen Streß habe neige ich auch zu starkem Juckreiz und Quaddeln.
Was ich Dich fragen wollte, wie sieht es mit dem Verständnis bei Deinen Freunden zu Deiner Krankheit aus? Verstehen die das??
Nimmst Du momentan ein Antihistmin zu Dir?
Der Buchtip von Brit war gut. Werde ich mir auch zulegen.
Viele Grüße
Dani
Erika
Beiträge: 36
Registriert: 31 Dez 2001, 00:00
Wohnort: Wien

Beitrag von Erika »

Hallo Dani!

Ich würde Dir wirklich empfehlen eine therapeutische Hilfe aufzusuchen. Du findest dabei wieder "Dich" und es kehrt innerliche Ruhe ein. Man nimmt alles nicht mehr so tragisch und wenn man den Tag locker angeht, dann läuft auch wirklich alles locker. Man läßt sich auch nicht mehr so leicht durch etwas die Laune verderben.

Bezüglich Verständnis in Familie, Freundeskreis und Büro:
Es weiß jeder (mit denen ich Kontakt habe) dass ich diese Krankheit habe und deshalb nicht alles essen darf und es mich halt juckt.
Das wurde und wird von allen akzeptiert und auch respektiert.
Wenn ich wo auf Besuch eingeladen bin dann nehme ich mir mein "Proviantpackerl" mit. Das stört niemanden. Essen gehe ich nur in "Stammlokale" und dort bereitet man mir das Essen auch so zu wie ich es essen darf.

Antihistamin:
Ich nehme jeden 2. Tag ein Telfast 180mg
Es kommt manchmal auch vor, dass ich 2 Tage hintereinander ein Telfast nehme wenn ich weiß das der nächste Tag besonders stressig wird.

Meine momentane Einstellung:
Jeder "Zuckerkranke" muss täglich Insulin spritzen oder nehmen um zu "überleben". Er darf auch nicht essen und trinken was er möchte. Bei "Unterzucker" kann er auch "umkippen".
Der einzige Unterschied zu uns ist der, dass er genau weiss warum er diese Krankheit hat.
Also machen wir uns nicht den ganzen lieben Tag damit fertig, darüber zu grübeln warum und wieso wir diese Krankheit haben...

Liebe Grüße aus Wien und alles Gute wünscht Dir Erika
Zuletzt geändert von Erika am 26 Nov 2002, 21:42, insgesamt 1-mal geändert.
Petra
Beiträge: 25
Registriert: 30 Dez 2001, 00:00
Wohnort: Dortmund

Beitrag von Petra »

Hallo Erika,
heute will ich Dir auch endlich mal etwas schreiben. Ich bin seit Dezember im "Club" und verfolge unter anderem Deine Beiträge mit besonderem Interesse. Dies hat mehrere Gründe:
Erstens kann ich vieles, was Du schreibst, genau nachvollziehen, zweitens kommt die Frau meines Zwillingbruders, an dem ich sehr hänge, aus Wien und meinen ersten heftigen Nesselsuchtanfall hatte ich ebenfalls in Wien......Mir gefällt es, wie motivierend Deine Beiträge sind und ich arbeite auch daran, der Krankheit nicht mehr solch einen Raum in meinem Leben zu geben...
In der letzten Woche war ich in Mainz und werde ab morgen das Histaglobin-Medikament ausprobieren. Das Gespräch, welches ich mit der Ärtzin hatte, war unglaublich motivierend und ich habe wieder Hoffnung geschöpft, was meine Genesung anbelangt...

Ich wünsche Dir alles Gute und würde mich freuen, von Dir zu hören.

Liebe Grüße sendet Dir Petra aus Dortmund
Erika
Beiträge: 36
Registriert: 31 Dez 2001, 00:00
Wohnort: Wien

Beitrag von Erika »

Hallo Petra!

Wie Du siehst, bin ich nun nicht mehr jeden Tag auf dieser Homepage (ein Zeichen dass es mir wirklich besser geht). Ich bin seit dem 31.12.2001 im "Club". An diesem Tag ging es mir besonders schlecht...
Das Du unbedingt in Wien Deinen ersten Nesselsuchtanfall gehabt hast tut mir besonders leid.
Ich hoffen das neue Medikament bringt Dir den gewünschten Erfolg.

Ich wünsche Dir alles Gute und Kopf hoch!

Liebe Grüße aus Wien sendet Dir
Erika
Antworten