Naturheilkundliche Therapie für Patienten mit chronischer, a

Was sind Ihre Erfahrungen mit Auslösern und Ursachen der Urtikaria?

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Dr. M. Magerl
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Naturheilkundliche Therapie für Patienten mit chronischer, a

Beitrag von Dr. M. Magerl »

Urtikariasprechstunden der Universitätshautklinik Mainz und der Hautklinik der Charité Berlin bieten für begrenzte Zeit die Durchführung einer naturheilkundlichen Therapie an

Im Rahmen einer kontrollierten Therapieanwendung bieten wir Patienten mit chronischer, autoreaktiver Urtikaria die Durchführung einer Eigenserumtherapie an.

Informationen zur Eigenserumtherapie

In der europäischen Medizin werden seit etwa 100 Jahren eine Reihe von Krankheiten mit Eigenblut behandelt. Dazu gehören z. B. Allergien, Gefäßerkrankungen, chronisch entzündliche Erkrankungen und verschiedene Hauterkrankungen.

Die Eigenbluttherapie wird von ihren Befürwortern aus der Naturheilkunde als "unspezifische" Reiztherapie angesehen, wobei das Blut als Fremdkörperreiz verstanden wird, welcher das Immunsystem stärken und die Selbstheilungskräfte wecken soll.

2005 haben Wissenschaftler der Universität Mainz nachweisen können, das die Eigenbluttherapie bei chronischer autoreaktiver Urtikaria zur Besserung der Erkrankung führt. Um dem Mechanismus dieser Therapie auf den Grund zu gehen, wollen wir Ihnen diese Therapie anbieten.

Hintergrund:

Im Falle einer autoreaktiven Urtikaria werden vom Körper Stoffe produziert, die, wenn sie in die Haut gelangen, dort die Allergiezellen (Mastzellen) aktivieren.

Mastzellen sind wichtige Zellen des menschlichen Immunsystems, sie sitzen besonders dort, wo unser Körper mit der Umwelt in Kontakt kommt, also in der Haut, aber auch in der Schleimhaut von Magen-Darm-Trakt und den Atemwegen. Treffen sie dort auf Eindringlinge, wie z. B. Bakterien, werden die Mastzellen aktiv, setzen den Botenstoff Histamin frei und alarmieren somit andere Zellen des Immunsystems. In diesem Fall sind Schwellung und Juckreiz eine normale Begleiterscheinung der aktiven Mastzellen. Wird diese jedoch, wie in Ihrem Fall, durch körpereigene Stoffe (z. B. Antikörper) aktiv, kommt es zu scheinbar grundlosen Quaddeln und Juckreiz, dies nennt man dann autoreaktiv.

Nach heutigen Vermutungen liegen die Erfolge der bei Ihnen geplanten Eigenserumtherapie, vor allem in der Einwirkung auf das Immunsystem. Durch die Behandlung scheint es zu einer gewissen Toleranzentwicklung des Körpers gegenüber den Mastzell-aktivierenden Stoffen im Blut zu kommen. Dies ist vergleichbar mit einer Hyposensibilisierung bei Allergikern. Dabei "lernt" das Immunsystem durch ein immer wiederkehrendes Aussetzen des Körpers mit dem allergieauslösenden Stoff, dass er harmlos ist.

Ablauf der Therapie:

Die Therapie gliedert sich in zwei Phasen:

In den ersten 10 Wochen besuchen Sie einmal pro Woche die Hautklinik der Charité Berlin oder die Universitätshautklinik Mainz und erhalten die Therapie. Das heißt, Ihnen wird Blut entnommen und der zellfreie Teil, das Serum, wird Ihnen intra muskulär gespritzt. Einen Teil Ihres Blutest werden wir später labormedizinisch untersuchen, um den Wirkmechanismus der Eigenbluttherapie verstehen zu können. Zusätzlich werden Allergietests durchgeführt.

Während des zweiten Teils der Therapiezeit, den darauf folgenden 12 Wochen, müssen Sie nur noch zweimal in die Hautklinik kommen, um behandelt zu werden.

Um den Erfolg Ihrer Therapie erkennen zu können ist es wichtig, dass Sie während der gesamten 21 Wochen (zunächst wöchentlich, später nur phasenweise) Ihr Befinden mit Ihrer Krankheit mit Hilfe eines Fragebogens dokumentieren.

Bei Interesse oder Fragen melden Sie sich bitte unter folgenden Kontaktdaten, entsprechend der für sie näherliegenden Stadt:

Für Mainz: autologeserumtherapie-mainz(at)urtikaria.net
Für Berlin: autologeserumtherapie-berlin(at)urtikaria.net

Zu Ihrer eigenen Sicherheit kommt diese Therapie für Sie nicht in Frage, wenn Sie:

unter Epilepsie oder anderen neurologischen Erkrankungen leiden (z.B. Schlaganfall).
mit blutverdünnenden Mitteln wie Warfarin, Marcumar oder Aspirin behandelt werden, oder an einer Bluterkrankheit leiden
an einer Krebserkrankung leiden und bestrahlt bzw. mit Chemotherapie behandelt werden.
Alkohol oder Drogen abhängig sind.
schwanger sind oder zurzeit stillen.
regelmäßig Corticosteroide oder andere Immunmodulatoren einnehmen.
im vergangenen Jahr mehr als 12-mal wegen eines Notfalls Corticosteroide bekommen haben.
sechs Wochen vor Therapiebeginn Akkupunktur erhalten haben, gefastet haben oder eine spezielle Diät befolgt haben, welche Ihre Urtikaria beeinflussen könnte.
nicht an einer chronischen autoreaktiven, sonder an einer akuten oder physikalischen Urtikaria leiden.
unter anderen schweren Erkrankungen, speziell Immundefekten, leiden.
Unerwünschte Wirkungen und Risiken

Das Vorgehen bei der Blutentnahme entspricht der üblichen Routine, wie Sie sie vielleicht vom Hausarzt oder Krankenhaus kennen. Das Blut wird in der Regel aus einer Vene in der Armbeuge entnommen. Außer einem kurzen Schmerz beim Einstich der Nadel kann es gelegentlich zu einer leichten Einblutung mit nachfolgendem Bluterguss ("blauer Fleck") kommen, der innerhalb weniger Tage verschwindet.

Andere Risiken der Blutentnahme wie Infektion, Thrombosierung oder die Verletzung von benachbartem Gewebe und Nerven durch die Blutentnahmenadel sind sehr selten und bei geschultem Personal so gut wie ausgeschlossen.

Im Rahmen der intramuskulären Injektionen in den Gesäßmuskel kann es ebenfalls zu Blutergüssen sowie zu Schmerzen, vergleichbar mit einem Muskelkater, kommen. Zusätzliche Risiken stellen Schädigungen von Nerven und Muskelfasern, sowie die Möglichkeit einer Infektion, dar.
Prof. Dr. M. Magerl

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